Was ist „Phygital“?

14.04.2026 | Nachrichten

Als der erste Petite Épicerie 2018 in Bavois seine Türen öffnete, war er sehr faszinierend. Es ist nicht der Inhalt der Regale, sondern vielmehr die Art und Weise, wie man den Laden betritt: per App, die man auf sein Smartphone herunterlädt. Dieses sogenannte „phygitale“ Modell ist in unseren ländlichen Gebieten noch neu.

Dieses Schlagwort, das die Begriffe „physisch“ und „digital“ zusammenfasst, wird manchmal verkannt. Es beschreibt ein Modell, das die Vorteile einer physischen Verkaufsstelle mit denen digitaler Tools verbindet. Im Jahr 2018 gab es nur wenige lokale Geschäfte, die diesen Schritt wagten. La Petite Épicerie war ein Pionier, der darauf setzte, dass seine Kunden diese Mischung aus Tradition – indem er regionale Produkte anbietet, die von Landwirten entwickelt wurden – und Modernität – indem er den Erzeugern die neuesten technologischen Entwicklungen in die Hände legt – zu schätzen wissen würden.

Heute hat das Phygital-Modell unseren Alltag erobert, ohne dass wir uns dessen wirklich bewusst sind. In der Schweiz gibt es einige Erfolgsgeschichten in diesem Bereich. Handwerkliche Metzgereien und Käsereien haben zum Beispiel Click & Collect eingeführt. Selbst große Handelsketten wie Coop und Migros haben Online-Bestellungen mit Abholung im Geschäft entwickelt, während Galaxus Showrooms in der Stadt eröffnet, damit die Kunden die Artikel, die die Plattform online verkauft, auch wirklich testen können.

Was La Petite Épicerie jedoch auszeichnet, ist die Tatsache, dass sie sehr früh erkannt hat, dass Phygital nicht nur ein Trend ist, sondern eine neue Art, die Kundenbeziehung zu betrachten, ohne Zwischenhändler auszukommen und kurze, transparente Wege zu bevorzugen. Damit war er seiner Zeit acht Jahre voraus.

 

 

La Petite Épicerie